Orientierung an Freinet

Eine Klasse, die im Sinne Freinets organisiert ist und arbeitet, ist ein "Laboratorium der Sozialerziehung". Freinet-Pädagogik bedeutet: den Kindern das Wort geben. In der Freinet-Pädagogik geht es um die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt, die Selbstverantwortlichkeit der Kinder und um Kooperation und gegenseitige Verantwortlichkeit. Freinet-Pädagogik stützt sich auf vier Säulen:

Demokratie: Im Klassenrat werden unter anderem die Arbeit geplant, das eigene Lernen reflektiert und Arbeitsergebnisse präsentiert, Probleme diskutiert und Regeln vereinbart.

Selbstorgansisation: Die Kinder arbeiten an persönlichen Projekten – sie wählen „Forschungsthemen“ und entscheiden, ob sie allein, zu zweit oder in Gruppen arbeiten wollen. Sie arbeiten in „Ateliers“ und lernen, sich Hilfe zu organisieren und anderen zu helfen.

Freier Ausdruck: Freier Text bedeutet, sich mitzuteilen und schreibend eigene Gedanken, Erlebnisse, Träume und Phantasien zu bearbeiten. Der Mensch ist für Freinet ein lernendes Wesen, das über das tastende Versuchen, durch Experimentieren, Imitieren und Ausprobieren seine Umwelt entdeckt und begreift und sich selbst in ihr handelnd wahrnimmt ("natürliche Methode"). Ausgehend von den Fragen und Interessen der Kinder wird im Unterricht geforscht und werden Fragen zur Welt gestellt und beantwortet. In Mathematik denken sich die Kinder selbst Aufgaben aus, lösen Rätsel und machen mathematische Erfindungen. Frei ausdrücken können sich die Kinder auch, indem sie Lieder und Bewegungen erfinden, Theater spielen, frei malen und neue Spiele entwickeln.

Kommunikation: In jedem Schuljahr entsteht ein Klassentagebuch. Freies Sprechen üben die Kinder beim Präsentieren der Forschungsergebnisse oder beim Vorstellen von Büchern. Allgemeine Gesprächsregeln üben wir im Erzählkreis und bei Diskussionsrunden. Und wir arbeiten an der Schulzeitung mit und beraten alle Angelegenheiten der Schule im Schulrat!