Gesundheitspreis

3. Platz beim Gesundheitspreis der Stadt Wien

Wir haben mit unserem Projekt "BLITZ - KIDS" beim Gesundheitspreis der Stadt Wien den 3. Platz erreicht!

Der Festakt zur Überreichung der Urkunde und des Preisgeldes fand am 16. Dezember 2004 um 18 Uhr im Wappensaal des Rathauses statt.

Kurzbeschreibung der Projekteinreichung

Ausgangspunkt war das Schulprojekt „Ich bin wichtig“ im Schuljahr 2002/03. Motiviert durch den großen Erfolg führten wir im folgenden Schuljahr das Projekt weiter. Diesmal lag der Schwerpunkt auf „Bewegung – Körper“. Das Projekt „Blitz Kids“ war geboren.

Im Rahmen einer unverbindlichen Übung startete ein Lauftraining. Alle SchülerInnen und LehrerInnen nahmen daran teil. 2x wöchentlich wurde zusätzlich zum Turnunterricht eine halbe Stunde gelaufen. In kindgerechter und spielerischer Form übten die Kinder das richtige Laufen. Lockere Dauerläufe steigerten die Ausdauer. Sprints, Lauf-ABC und ähnliche Spiele ergänzten das Übungsprogramm. Bei schlechtem Wetter ersetzten Musikgymnastik und Stiegenläufe das Training.

In der zweiten Septemberwoche wurde mit dem geregelten Lauftraining begonnen. Es wurde vor allem auf einen ruhigen Beginn geachtet, sodass man den Kindern von Anfang an das Gefühl vermitteln konnte, dass Laufen etwas Schönes, Entspannendes sein kann. Nach und nach wurden verschiedene Spiel- und Trainingsformen des Laufens eingeführt. Auch ruhige Dauerläufe, lockere Intervalleinheiten und Wettläufe wurden durchgeführt.

Das Projekt wurde wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Problemanalyse, Ausgangspunkt des Projekts

Wir wurden immer wieder mit dem Problem sinkender Konzentrationsfähigkeit und mit einer steigenden Zahl übergewichtiger Kinder konfrontiert. Wir führten das unter anderem auf Bewegungsmangel durch passives Freizeitverhalten im urbanen Bereich zurück. Durch Stundenkürzungen kommt auch im Unterricht die Bewegung immer wieder zu kurz.

Konzeptidee, neue Qualität, Anspruch des Projekts

Der oben erwähnten Problematik wollten wir mit einem regelmäßigen Lauftraining entgegenwirken. Alle SchülerInnen sollten involviert sein. Das Training sollte nach einem fixen Plan stattfinden. Das Projekt sollte fachlich begleitet und wissenschaftlich ausgewertet werden. Die finanzielle Belastung für die Eltern sollte möglichst gering gehalten werden.

Praktische Umsetzung, Erfahrungen, Auswirkungen

Bei der Erstellung des Stundenplans zu Schulbeginn mussten zusätzlich zu den Turnstunden halbstündige Sequenzen festgelegt werden. Trainer und LehrerInnen mussten in Teams koordiniert werden. Bewilligungen vom Stadtschulrat und der Bezirksschulinspektorin wurden eingeholt, um die zusätzliche Unterrichtszeit für die Kinder zu gewährleisten. Außerdem wurden Einverständniserklärungen der Eltern für die Teilnahme am Laufen und für die Testung für die Evaluierung eingeholt.

Der Startschuss erfolgte unter dem Ehrenschutz der Frau Vizebürgermeisterin Dr. Grete Laska, der Frau Stadtschulratspräsidentin Dr. Susanne Brandsteidl und der Frau Bezirksschulinspektorin Dr. Elfriede Preschern. Die lokale Presse war eingeladen und berichtete von diesem Ereignis.

Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt von der Uni Wien und der Uni Salzburg. Die Konzentrationstests wurden unter der Obhut von Frau Prof. Dr. Brigitte Rollet vom Institut für Erziehungswissenschaften durchgeführt. Zu Beginn fand ein Ausdauertest (6 Minuten lang) statt. Die Schulärztin hielt Größe und Gewicht jedes Kindes fest, der BMI wurde danach ermittelt. Im Rahmen seiner Dissertation wertete unser Projektleiter Christian Kleber alle drei Monate die Ergebnisse aus.

Außer der Ausrüstung (Laufschuhe und Sportbekleidung) entstanden den Eltern keine Kosten.

Allgemein kann man sagen, dass die meisten Kinder Spaß an der „Mehr“-Bewegung haben, einige gibt aber es immer, die jammern. Sehr positiv hervorzuheben ist, wie sehr die korpulenteren Kinder begeistert vom Laufen sind und immer wieder schildern, dass sie am Wochenende auch mit ihren Eltern gerne Laufen gehen und diese teilweise dazu motivieren konnten, selbst Bewegung zu machen.

Strukturelle und finanzielle Auswirkungen, Übertragbarkeit

Ein deutlicher Trend in Richtung natürlichem Bewegungsdrang konnte beobachtet werden. Sowohl Konzentration als auch Ausdauer und Kondition verbesserten sich im Laufe des Projektes. Die Zeit, welche die Kinder zum An- und Ausziehen brauchen, verringerte sich deutlich.

Das Verhalten auf der Straße wurde verantwortungsbewusster. Der Umgang untereinander und mit Passanten (z.T. mit Hunden) gelang hervorragend. Kinder und LehrerInnen machten einen vitaleren Eindruck. Deutlich gesteigert hat sich auch die durchschnittliche Laufgeschwindigkeit der SchülerInnen (so manche LehrerIn plagte sich, Schritt zu halten).

Die durchwegs positiven Erfahrungen dieses Projektes haben uns dazu veranlasst, „BlitzKids“ auch dieses Schuljahr weiterzuführen.